{"id":385,"date":"2013-01-22T22:20:02","date_gmt":"2013-01-22T21:20:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.susan-blasius.de\/wp\/?p=385"},"modified":"2020-05-10T11:01:28","modified_gmt":"2020-05-10T10:01:28","slug":"herz-maria-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/susan-blasius.de\/?p=385","title":{"rendered":"Herz Mari\u00e4, Schneppenbach"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_378\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"\/wp-content\/uploads\/AKL_82022-e1358887086958.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-Op9MeXG6\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-378\" class=\" wp-image-378 \" title=\"\" src=\"\/wp-content\/uploads\/AKL_82022-680x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"527\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-378\" class=\"wp-caption-text\">Herz Mari\u00e4<\/p><\/div>\n<p><a href=\"\/wp-content\/uploads\/004-3.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-Op9MeXG6\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\" src=\"\/wp-content\/uploads\/004-3.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" \/><\/a><a href=\"\/wp-content\/uploads\/dsc_0970.jpg\" data-rel=\"lightbox-gallery-Op9MeXG6\" data-rl_title=\"\" data-rl_caption=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" title=\"\" src=\"\/wp-content\/uploads\/dsc_0970-137x300.jpg\" alt=\"Susan Blasius bei Arbeiten in der Herz Mari\u00e4 Kirche Schneppenbach\" width=\"137\" height=\"300\" \/><\/a><\/p>\n<p>Altarweihe der neugestalteten Herz-Mari\u00e4 Kirche Schneppenbach durch Weihbischof Helmut Bauer am 15. Dezember 2012.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fotos Ansgar Klarmann, Arnold Pfaff<\/p>\n<p>Lesen Sie hier meine Gedanken zu diesem Bild<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><!--more--><\/p>\n<p>Aus 3 fig\u00fcrlichen und 2 abstrakten Entw\u00fcrfen wurde dieser von der Gemeinde- und der Bistumsleitung ausgew\u00e4hlt. Ich m\u00f6chte Ihnen meinen Weg zu diesem Bild erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Mit dem Namen der Kirche war das Thema des Bildes vorgegeben: Herz Mari\u00e4. Ich denke, dass jeder mit diesem Titel bestimmte, oft sehr gegenst\u00e4ndliche Bilder verbindet. Viele haben das jetzt verborgene Bild noch vor Augen.<\/p>\n<p>Warum ist nun hier das Herz nicht sichtbar? Warum nicht einmal Maria? Und stimmt das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Die Kardio-logie, die Lehre vom Herzen, beschr\u00e4nkt das Herz auf seinen Rhythmus und seine Funktion, auf das, was das EKG schreibt oder der Katheterfilm aufzeichnet, auf das sogar transplantierbare Organ.<\/p>\n<p>Aber was bedeutet uns das Herz in unserer Alltagssprache? Und noch wichtiger: Was bedeutet es im Kontext unseres Glaubens?<\/p>\n<p>Wegweisend wurde mir der Blick in das Alte Testament. Der Mensch wird hier \u2013 wie wir heute sagen w\u00fcrden \u2013 ganzheitlich aufgefasst. Dies wird auch deutlich an den hebr\u00e4ischen Bezeichnungen der Organe und K\u00f6rperteile. Um ein Beispiel zu nennen: \u201eAf\u201c bedeutet nicht nur Nase, sondern auch das ganze Gesicht und sogar Zorn, n\u00e4mlich im Sinne eines zornigen Schnaubens durch die Nase. <em><strong>[1]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Noch umfassender in der Bedeutung ist das hebr\u00e4ische Wort \u201eleb\u201c, also Herz, das uns auch im Deutschen vertraut ist von dem oft herzf\u00f6rmigen Leb-Kuchen.<em><strong>[2]<\/strong><\/em> Es meint das konkrete Organ und auch die Herzgegend oder Brust, meint aber auch den \u201eSitz der physischen Lebenskraft\u201c<em><strong>[3]<\/strong><\/em>, \u201edas Denken und F\u00fchlen\u201c, eben den ganzen Menschen \u201emit seinem inneren Sein und Wollen\u201c<em><strong>[4]<\/strong><\/em>, das \u201eZentrum des bewusst lebenden Menschen\u201c <em><strong>[5]<\/strong><\/em>. \u201eEs ist eines der Urworte menschlicher Existenz.\u201c <em><strong>[6]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Die Dimensionen des Wortes \u201eleb\u201c \/ Herz werden an folgenden Beispielen deutlich: Mehrmals ist im Alten Testament vom \u201eHerzen des Meeres\u201c (z.B. Jona 2,4) die Rede, also von der Weite und Tiefe des Meeres. \u00c4hnlich meint das \u201eHerz des Himmels\u201c (Dtn 4,11) dessen unermessliche H\u00f6he. Die Mitte der Baumkrone wird im 2. Buch Samuel als \u201eHerz der Eiche\u201c bezeichnet (2 Sam 18,14)<em><strong>[7]<\/strong><\/em>.<\/p>\n<p>Als das schwingt mit, wenn vom menschlichen Herzen die Rede ist:<\/p>\n<p>Das Innerste des Menschen ist gemeint, wenn es im 1. Buch Samuel hei\u00dft: \u201e&#8230; Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht auf das Herz.\u201c (1 Sam 16,6 f) Er pr\u00fcft auf Herz und Nieren. (Ps 7,10)<\/p>\n<p>Und in seinem tiefsten Inneren kann und soll der Mensch Gott und sein Wirken erkennen, aufnehmen und bewahren:<\/p>\n<p>\u201eDu wirst ihn (Gott) auch finden, wenn du dich mit ganzem Herzen und ganzer Seele um ihn bem\u00fchst.\u201c (Dtn 4,29)<\/p>\n<p>und \u2013 so hei\u00dft es im Sch\u2019ma Israel:<\/p>\n<p>\u201eH\u00f6re, Israel! Jahwe, unser Gott, Jahwe ist einzig. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.\u201c (Dtn 6,4-5)<\/p>\n<p>Mit der Verhei\u00dfung eines neuen Lebens schreibt Gott diese Weisung nun den Menschen in ihr Herz:<\/p>\n<p>\u201e&#8230; Ich reinige euch von aller Unreinheit und von allen euren G\u00f6tzen. Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote achtet und sie erf\u00fcllt.\u201c (Ez 36,25-29)<\/p>\n<p>Gott schlie\u00dft den neuen Bund mit dem Haus Israel: \u201e&#8230; Spruch des Herrn: Ich lege mein Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.\u201c (Jer 31,33)<\/p>\n<p>Im Herzen also nehmen wir Gottes Wort auf, oder wir nehmen es nicht auf.<\/p>\n<p>Das Neue Testament schlie\u00dft daran im Doppelgebot, von Herzen Gott und den N\u00e4chsten zu lieben. Paulus schreibt im R\u00f6merbrief von der Liebe Gottes, die \u201eausgegossen\u201c ist \u201ein unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.\u201c (R\u00f6m 5,5)<\/p>\n<p>\u201eSelig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.\u201c (Mt 5,8)<\/p>\n<p>Dies ist nicht nur ein moralischer Appell, sondern zugleich Hinweis auf die g\u00f6ttliche Gnade.<em><strong>[8]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Und das gilt im Besonderen und an erster Stelle f\u00fcr MARIA:<\/p>\n<p>Maria ist offen f\u00fcr das Wort und den Willen Gottes. \u201e&#8230; Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe, wie du es gesagt hast. &#8230;\u201c (Lk 1,38)<\/p>\n<p>Maria l\u00e4sst sich ber\u00fchren. Sie wendet ihr Innerstes dem Wort Gottes zu und richtet ihr ganzes Leben nach dem Willen Gottes aus.\u00a0<em><strong>[9]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Wunderbar formulierte Augustinus: \u201eMaria ist seliger durch die Empf\u00e4ngnis in ihrem Herzen als durch die Empf\u00e4ngnis in ihrem Scho\u00df.\u201c\u00a0<em><strong>[10]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Im Jubel des Magnifikats (Lk 1,46 f) bleibt dabei die Warnung nicht aus: \u201e&#8230; Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind.\u201c (Lk 1,51)<\/p>\n<p>Den wichtigsten Impuls f\u00fcr dieses Bild aber gab die Weihnachtsgeschichte nach Lukas. Die Hirten berichteten \u00fcber die Botschaft der Engel von der Geburt des Messias. \u201eUnd alle, die es h\u00f6rten, staunten \u00fcber die Worte der Hirten. Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte dar\u00fcber nach.\u201c (Lk 2,18-19)<\/p>\n<p>So k\u00fchl formuliert es die Einheits\u00fcbersetzung. W\u00f6rtlicher \u00fcbersetzt hei\u00dft !&#8220;\u03bc#$%%&amp;&#8220;!&#8216;: das Geh\u00f6rte und Geschehene trug und warf sie in ihrem Herzen zusammen, sie bewegte alles in ihrem Herzen.\u00a0<em><strong>[11]<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Papst Benedikt XVI. beschreibt es folgenderma\u00dfen: \u201eAls die h\u00f6rende Jungfrau lebt sie in vollkommenem Einklang mit dem g\u00f6ttlichen Willen; die Worte, die ihr von Gott zukommen, bewahrt sie in ihrem Herzen, und indem sie sie wie zu einem Mosaik zusammensetzt, lernt sie sie tiefer verstehen (vgl. Lk 2, 19-51); Maria ist die gro\u00dfe Glaubende, die sich vertrauensvoll in die H\u00e4nde Gottes gibt und sich seinem Willen \u00fcberl\u00e4sst.\u201c\u00a0<strong><em>[12]<\/em><\/strong><\/p>\n<p>So komme ich zur\u00fcck zu der Frage: Wo ist nun hier im Bild das Herz Mari\u00e4 sichtbar?<\/p>\n<p>Das Geheimnis des Herzens Mari\u00e4 ist nicht darzustellen, indem ich es einenge. Es hat Hand und Fu\u00df \u2013 aber nicht im konkreten Sinne. Dass Maria das Wort und den Willen Gottes ohne Wenn und Aber empf\u00e4ngt und geschehen l\u00e4sst, i s t das Herz, i s t das Besondere an Maria. Und diese Offenheit des Herzens Mari\u00e4 bildet tats\u00e4chlich das Zentrum des Bildes. Sie wird erfahrbar und eben doch auch sichtbar in der Tiefe und der Weite ihres Herzens, in die das strahlende Licht der Liebe Gottes ausgegossen wird.<\/p>\n<p>Maria \u00f6ffnet ihr Herz. Das freudenreiche Herz geht ihr auf und weitet sich. Die Gnade, die Maria tief in ihrem Herzen erf\u00fcllt, ihre innere Bewegtheit durch das Wort Gottes wird zu einer sich \u00e4u\u00dfernden Bewegung, die Raum greifend wird. Sie, die als Erste geglaubt hat, ist Empfangende und Gebende zugleich.<\/p>\n<p>Das JA, das Maria aus vollem Herzen gesprochen hat, hat eine Ausstrahlungskraft, die nicht Halt macht vor S\u00fcnde und Tod, vor den Dunkelheiten unseres Lebens.<\/p>\n<p>Richard von Sankt Laurentius hat es auf den Punkt gebracht: \u201eAus dem Herzen Mariens sind der Glaube und die Zustimmung entsprungen, wodurch das Heil der Welt seinen Anfang genommen hat.\u201c <strong><em>[13]<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Susan Blasius<\/p>\n<p>Mein aufrichtiger Dank gilt Herrn Professor Dr. theol. habil. Manfred Hauke und den Mitautoren des XXII. Bandes der Mariologischen Studien \u201eDie Herz-Mari\u00e4-Verehrung, Geschichtliche Entwicklung und theologischer Gehalt\u201c. So danke ich im Besonderen auch Frau Professor Dr. theol. Regina Willi f\u00fcr ihren Beitrag \u201eGrundlagen f\u00fcr die Verehrung des Herzens Mariens in der Heiligen Schrift\u201c.<\/p>\n<p>Das Buch war f\u00fcr mich eine reiche Quelle der Information und Inspiration.<\/p>\n<pre><strong>[1]<\/strong> Willi, Regina, Grundlagen f\u00fcr die Verehrung des Herzens Mariens in der Heiligen Schrift, in: Hauke, Manfred (Hg.), Die-Herz-Mari\u00e4-Verehrung, Geschichtliche Entwicklung und theologischer Gehalt, Mariologische Studien XXII, Regensburg 2011, 49.<\/pre>\n<pre><strong>[2]<\/strong> Ebd. 47.<\/pre>\n<pre><strong>[3]<\/strong> Ebd. 54.<\/pre>\n<pre><strong>[4]<\/strong> Ebd. 53<\/pre>\n<pre><strong>[5]<\/strong> Willi, 61.<\/pre>\n<pre><strong>[6]<\/strong> Siedl, S.H., Wasser in der W\u00fcste. Der Glaube als menschliche Wirklichkeit, Insbruck 1971, 113; zitiert nach: Wlli, 47.<\/pre>\n<pre><strong>[7]<\/strong> Willi, 51.<\/pre>\n<pre><strong>[8]<\/strong> Hauke, Manfred, Geschichtliche und Systematische Grundlinien der Herz-Mari\u00e4-Verehrung, in: Hauke, Manfred (Hg.), Die-Herz-Mari\u00e4-Verehrung, Geschichtliche Entwicklung und theologischer Gehalt, Mariologische Studien XXII, Regensburg 2011, 23.<\/pre>\n<pre><strong>[9]<\/strong> Willi, 69.<\/pre>\n<pre><strong>[10]<\/strong> Augustinus, De sancta virginitate 3,3 (PL 40, 398), zitiert nach: Hauke, 15.<\/pre>\n<pre><strong>[11]<\/strong> Willi, 66-67; vgl. auch: Hauke, 25-26. 12 Papst Benedikt XVI.: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum Caritatis; Verlautbarungen des Apostolischen Stuhles Nr. 177, Bonn, 2007; zitiert nach Willi, 67. 13 Richard von Sankt Laurentius, De laudibus Mariae Virginis II,2,2 (unter Albert Magnus, Opera omnia, ed. Borgnet, Bd. 36, 82, zitert bei O\u2019Carroll, Theotokos, Eugene OR 2000, 167); zitiert nach Hauke, 15.<\/pre>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Altarweihe der neugestalteten Herz-Mari\u00e4 Kirche Schneppenbach durch Weihbischof Helmut Bauer am 15. 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