{"id":310,"date":"2013-01-07T22:37:34","date_gmt":"2013-01-07T21:37:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.susan-blasius.de\/wp\/?p=310"},"modified":"2020-05-10T10:54:56","modified_gmt":"2020-05-10T09:54:56","slug":"310","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/susan-blasius.de\/?p=310","title":{"rendered":"Kunst im Krankenhaus, Seligenstadt"},"content":{"rendered":"\n\t\t<style>\n\t\t\t#gallery-1 {\n\t\t\t\tmargin: auto;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-item {\n\t\t\t\tfloat: left;\n\t\t\t\tmargin-top: 10px;\n\t\t\t\ttext-align: center;\n\t\t\t\twidth: 50%;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 img {\n\t\t\t\tborder: 2px solid #cfcfcf;\n\t\t\t}\n\t\t\t#gallery-1 .gallery-caption {\n\t\t\t\tmargin-left: 0;\n\t\t\t}\n\t\t\t\/* see gallery_shortcode() in wp-includes\/media.php *\/\n\t\t<\/style>\n\t\t<div id='gallery-1' class='gallery galleryid-310 gallery-columns-2 gallery-size-thumbnail'><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon portrait'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/susan-blasius.de\/?attachment_id=67'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0276-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0276-150x150.jpg 150w, https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0276-300x300.jpg 300w, https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0276-299x300.jpg 299w, https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0276.jpg 598w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><dl class='gallery-item'>\n\t\t\t<dt class='gallery-icon landscape'>\n\t\t\t\t<a href='https:\/\/susan-blasius.de\/?attachment_id=66'><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"150\" height=\"150\" src=\"https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0267-150x150.jpg\" class=\"attachment-thumbnail size-thumbnail\" alt=\"\" srcset=\"https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0267-150x150.jpg 150w, https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0267-300x298.jpg 300w, https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0267-302x300.jpg 302w, https:\/\/susan-blasius.de\/wp-content\/uploads\/DSC_0267.jpg 600w\" sizes=\"auto, (max-width: 150px) 100vw, 150px\" \/><\/a>\n\t\t\t<\/dt><\/dl><br style=\"clear: both\" \/>\n\t\t<\/div>\n\n<p>Lesen Sie hier eine Laudatio von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.terramultimedia.de\/host\/susanblasius\/wp\/wp-content\/uploads\/Laudatio-Dr.-Beike-02.121.doc\">Dr. Angela Beike, Kunsthistorikerin<\/a>\u00a0im Rahmen der Ausstellung: Susan Blasius. Malerei am 02.12.2011 im Rahmen der Veranstaltungsreihe &#8222;Kunst im Krankenhaus&#8220;<\/p>\n<blockquote><p><!--more--><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Laudatio zur Ausstellung: Susan Blasius. Malerei am 02.12.2011<br \/>\n<\/strong><strong>im Rahmen der Veranstaltungsreihe: \u201eKunst im Krankenhaus\u201c<br \/>\n<\/strong><strong>von Dr. Angela Beike<\/strong><\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter der organisatorischen Verantwortung des Zentrums f\u00fcr Chirurgie pr\u00e4sentiert die Asklepius Klinik Seligenstadt Werke der Alzenauer K\u00fcnstlerin Susan Blasius. \u201eKunst im Krankenhaus\u201c bereits zum sechsten Mal wird in dieser Reihe bildende Kunst in den R\u00e4umen der Klinik pr\u00e4sentiert. Doch wieso Kunst im Krankenhaus \u2013ausgerechnet im Krankenhaus und nicht in den R\u00e4umen eines Museums oder einer Galerie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Aufenthalt in einer Klinik erfahren Patienten oft als Auszeit und Moment der Verlangsamung. Damit verbindet sich ein gesteigertes Ma\u00df an Aufnahmebereitschaft und Empf\u00e4nglichkeit. Anspruchsvolle Kunstwerke k\u00f6nnen diese Situation nutzen und den Patienten neue Impulse und Anregungen mit auf den Weg geben. Wenn die Klinik in der Wahrnehmung des Patienten vom angstbesetzten Ort zu einem vitalen Lebensraum werden soll, dann kann die Pr\u00e4sentation von Kunst in den Patientenzimmern, in Fluren und Wartezimmern dabei helfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch nie wurde die Wirkung von Kunst auf das psychische Wohlbefinden und die Vorg\u00e4nge im menschliche Gehirn so umfassend untersucht wie in dem Forschungsprojekt, das im Mai diesen Jahres in N\u00fcrnberg startete und noch bis ins Jahr 2012 weitergef\u00fchrt wird. Das Institut f\u00fcr Psychogerontologie der Universit\u00e4t Erlangen-N\u00fcrnberg und dem Universit\u00e4tsklinikum Erlangen f\u00fchrt eine interdisziplin\u00e4re Studie zur Wirkungsforschung von Kunst durch. Wissenschaftlerinnen aus dem Fachbereich Neurologie, Psychologie und Kunstp\u00e4dagogik arbeiten dabei zusammen, um die Effekte des Kunsterlebens und des bildnerischen Gestaltens auf die Pers\u00f6nlichkeit einerseits und auf neuronale Hirnaktivit\u00e4ten und Vernetzungen andererseits zu untersuchen. Erste Ergebnisse zeigen: Kunst hinterl\u00e4sst Spuren. Kunst bringt das Ruhenetzwerk des Gehirns in Schwung. Der Vernetzungsgrad im Gehirn wird besser, viele Verbindungen, die stumm geschaltet waren, werden pl\u00f6tzlich aktiviert. Neue Spuren werden gelegt. So muss man auf Grundlage der heutigen Erkenntnisse Joseph Beuys (1921-1986) zustimmen, der sagte \u201eWovon wir ausgehen k\u00f6nnen ist, dass Kunst und aus Kunst gewonnene Erkenntnisse ein r\u00fcckflie\u00dfendes Element ins Leben bilden.\u201c Kunst treibt die Genesung voran, f\u00f6rdert das Wohlbefinden und kann wichtiger Bestandteil des Heilungsprozesses werden. Denn \u201eder andere Blick\u201c auf das Krankenhaus hilft, Akzente \u00fcber das Funktionale hinaus zu setzen. Farben &#8211; Symbole &#8211; Zeichen k\u00f6nnen einen positiv motivierenden Einfluss auf den Patienten aus\u00fcben, ihn zur Kommunikation mit Anderen anregen und ihn von seiner Krankheit ablenken. Die Pr\u00e4sentation von \u201eKunst im Krankenhaus\u201c ist die Pr\u00e4sentation von Kunst am rechten Ort und wie hier in der Asklepius Klinik Kunst und Medizin einen gemeinsamen Weg gehen, so ist auch das Leben der Alzenauer K\u00fcnstlerin und promovierten \u00c4rztin Susan Blasius gepr\u00e4gt von dieser Symbiose aus Medizin und Kunst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrer hier in der Ausstellung pr\u00e4sentierten Malerei, die mehrere Jahre ihres Schaffens umfasst, dominiert die Abstraktion. Abstraktion, das ist die mehr oder weniger ausgepr\u00e4gte stilistische Reduzierung der dargestellten Dinge auf wesentliche oder bestimmte Aspekte. Was als wesentlich gilt, bestimmt hierbei einerseits die Kreativit\u00e4t der K\u00fcnstlerin, andererseits die Wahrnehmung des Betrachters. Ihre Malerei beschr\u00e4nkt sich auf Form- und Farbkl\u00e4nge und ihre innerbildlichen Bez\u00fcge. Farben, Kontraste, Linien und geometrische Formen werden geordnet und komponiert, ohne dass eine absichtliche Abbildung von Gegenst\u00e4nden vorgesehen ist. Bei Susan Blasius haben wir es jedoch nicht mit einer v\u00f6lligen Abwesenheit eines Gegenstandbezuges zu tun. Manchmal l\u00e4sst das Werk selbst Assoziationen \u00fcber die Bildidee zu und oftmals erfolgt \u00fcber den Bildtitel ein R\u00fcckbezug auf die zugrundliegende Inspiration.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Malerei von Susan Blasius hat als Ausgangspunkt die Naturbeobachtung, pers\u00f6nliche Eindr\u00fccke und Erfahrungen. So kann man in einigen Werken durchaus die Verarbeitung von Erlebnissen aus dem Alltag, wohl auch aus dem medizinischen Alltag erahnen. Auch spiegeln die behandelten Themen wie Abschied, Paradies, Warten und die menschlichen Beziehungen im Allgemeinen den Erlebnishorizont eines jeden Menschen, insbesondere aber wohl auch jenen eines Arztes. Vom Ausgangpunkt dieses pers\u00f6nlichen Erlebens entwickelt sich dann das einzelne Werk, wobei alles in die k\u00fcnstlerische Sprache der Malerin \u00fcbersetzt, zumeist abstrahiert und verfremdet wird. Technisch wird die Inspiration meist in Acryl auf Leinwand ausgearbeitet, die Acrylfarbe meist mit einer Linolwalze aufgetragen. Diese ausgew\u00e4hlte Technik steht dabei stets in einem Spannungsverh\u00e4ltnis von Intention und Improvisation. Grunds\u00e4tzlich liegt jedem Werk ein Konzept, eine Idee zugrunde, doch dann wird diese erg\u00e4nzt durch unvorbereitetes Handeln oder im Enstehungsprozess gefundene Strukturen. Blasius nutzt den Zufall und \u201ebaut aus, was interessant erscheint.\u201c Zufall und Konzept verdichten sich zu einer Bildaussage, die von Einheit und Notwendigkeit zeugt. Die Malerei ist Ergebnis eines Arbeitsprozesses, an dem Bewusstsein und Intuition gleicherma\u00dfen Anteil haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fchren wir uns das Titelbild dieser Ausstellung vor Augen. Im Werk \u201erecht licht\u201c aus dem Jahre 2008 dominieren die drei Farben blau, wei\u00df und ocker. Das Bild ist gepr\u00e4gt von groben Strukturen. Im Vordergrund liegt statisch ein ockerfarbener Block, der jedoch erste Aufl\u00f6sungserscheinungen aufweist und den Blick durch eine aufsteigenden Bewegung in den Bildmittelpunkt f\u00fchrt. Auch in der zweiten Bildebene herrscht noch immer die Waagrechte vor, die Aufl\u00f6sungserscheinungen werden jedoch durch die kleineren wei\u00dfen Strukturen verst\u00e4rkt, so dass sich der Blick in die dritte Bildebene erheben kann. Hier setzt die dynamische und aufsteigende Bewegung der Farbfl\u00e4chen einen Gegenpunkt zur Statik des Bildvordergrundes. Das dunkle Blau der rechten Bildseite vom wei\u00dfen Farbauftrag links \u00fcberlagert, wird \u201erecht licht.\u201c Blasius arbeitet in diesem Werk vor allem mit den Gegens\u00e4tzen hell und dunkel, statisch und dynamisch. Die R\u00e4umlichkeit des Bildes wird durch die Komposition der Farbfl\u00e4chen bewusst aufgebaut und verst\u00e4rkt. Das Interesse am Raum ist etwas, das sich an vielen weiteren Gem\u00e4lden dieser Ausstellung betrachten l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im neueren Werk von Susan Blasius kann man die Erweiterung der <em>Mittel<\/em> erkennen. Neben dem Material Farbe wird ein zweites Medium eingesetzt, um Raumwirkung zu erreichen, um die Aussagekraft des Werkes zu intensivieren. War fr\u00fcher nur die Farbe kunstw\u00fcrdig, h\u00e4lt nun eine neue Stofflichkeit Einzug, verdr\u00e4ngt die Dominanz der Farbkraft. Denn die Erweiterung des Materials geht einher mit einer Reduktion der Farblichkeit. Die Zweidimensionalit\u00e4t der Leinwand wird ins R\u00e4umliche vergr\u00f6\u00dfert. Die Werke, die nun mehr Reliefs als Gem\u00e4lde sind, sind Ausdruck des Interesses am stofflich Haptischen aber auch Ausdruck des Interesses an der Raumwirkung. \u201eDas Material bedeutet Inspiration und Widerstand zugleich. Aus dem Wesen, aber auch am Widerstand des Materials formt sich das Bild. Der Charakter des Bildes kann nicht nur der seiner Materialien sein.\u201c, so Emil Schumacher und das ist es, was sich auch hier an Werken von Susan Blasius erkennen l\u00e4sst. Der Einsatz der Stofflichkeit \u00e4ndert den Charakter der Bilder grundlegend, er gibt eine Struktur vor, die jedoch dann wieder von Susan Blasius aufgel\u00f6st und erweitert wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betrachten wir hierzu das Werk hier rechts, das auch in der Einladungskarte abgedruckt ist, eine Mischtechnik auf Papier. Ganz deutlich ist die Materialit\u00e4t des Bildes zu erkennen. In dynamisch \u00fcber einander gelegten Bahnen schafft Blasius eine gro\u00dfe R\u00e4umlichkeit, die durch den anschlie\u00dfenden Farbauftrag noch vergr\u00f6\u00dfert wird. Auch hier l\u00e4sst sich wieder die eingangs erw\u00e4hnte Kombination von Konzept und Improvisation erkennen. Die Bewegung der Stofflichkeit liegt dem Werk als Konzept zugrunde, der Faltenwurf des Materials und die kleineren beim Auftrag auf dem Papier entstehenden Strukturen sind jedoch kaum vorhersehbar, werden dann aber von Blasius weiter ausgearbeitet und genutzt. Als Ausgangspunkt ist deutlich die Naturbeobachtung zu sp\u00fcren. Zu diesem Werk inspirieren lie\u00df sich Susan Blasius auf einer Reise nach Bornholm. Bornholm, die \u00f6stlichste Insel D\u00e4nemarks \u2013 die Ostsee, Str\u00e4nde und D\u00fcnen, Landwirtschaft, sandige Badebuchten, Nordseeluft, Sonnenschein und Wind. Auf den ersten Blick erkennen, l\u00e4sst sich diese Grundlage nicht, denn die eigenen Erfahrungen und Eindr\u00fccke werden von Susan Blasius verfremdet und chiffriert. Doch dann weckt das Bild Assoziationen. Im Mittelpunkt die Sonne, schnell vorbeiziehende Wolken, etwas graues, gar Schwarzes kommt auf uns zu. Und das ist es, was dem Werk als Idee zu Grunde liegt, der Bildtitel \u201eWetterwechsel\u201c best\u00e4tigt unsere Assoziationen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den hier ausgestellten Arbeiten von Susan Blasius findet sich die Behandlung immer wiederkehrender Themen wie Natur, der Mensch und seine Beziehungen aber auch die grunds\u00e4tzlichen Fragen nach dem Sein und dem Wohin. Themen, die in unser aller Leben insbesondere aber wohl im Alltag eines Krankenhauses stets gegenw\u00e4rtig sind. Wir haben zu tun mit einer Kunst, die ansprechend wirkt, nicht destruktiv verneinend, sondern im positiven Sinne ein gef\u00e4lliger bejahender Ausdruck der Weltsicht von Susan Blasius ist. Einer Kunst, die weit davon entfernt ist, g\u00e4ngige Sehgewohnheiten im Stil dekorativer Gef\u00e4lligkeiten zu bedienen. Eine Kunst, die uns einl\u00e4dt, unseren eigenen Gedanken und Assoziationen mehr Raum zu geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcnsche Ihnen und allen Besuchern der Ausstellung eine Auszeit vom Alltag insbesondere vom Klinikalltag beim Betrachten der Malerei. Geben Sie der Kommunikation mit oder \u00fcber die Werke Raum, tauchen Sie ein in die Landschaften und Seelenbilder von Susan Blasius. Lassen Sie die Kunst Spuren hinterlassen.<\/p>\n<p>Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen Sie hier eine Laudatio von\u00a0Dr. Angela Beike, Kunsthistorikerin\u00a0im Rahmen der Ausstellung: Susan Blasius. 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